Projektstart MOOREO

30.04.2026

Neues Moorentwicklungskonzept für die Oberrheinniederung nimmt Arbeit auf

Moore mit ungestörtem Wasserhaushalt nehmen als natürlicher und langfristiger Kohlenstoffspeicher eine zentrale Rolle für den Klimaschutz ein. Jedoch führt die anhaltende Entwässerung von Moorböden in Deutschland zu einer Freisetzung von rd. 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Dies entspricht derzeit über 7 % der jährlichen bundesweiten Treibhausgas-Emissionen. Die Stabilisierung des Wasserhaushalts von Mooren trägt somit maßgeblich zur Verminderung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen bei und eröffnet im günstigsten Fall sogar die Möglichkeit einer langfristigen Kohlenstoffspeicherung. Gleichzeitig sind intakte Moore wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie speichern Wasser und helfen Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit sowie Starkregen zu machen.

Nicht nur in den kühl-feuchten Hochlagen des Schwarzwalds, sondern auch im klimatisch begünstigten Oberrheingraben kommen Moorböden vor. Alleine im Bereich zwischen Freiburg und Rastatt umfassen diese sogenannten Nieder- und Anmoore eine Flächendimension von über 25 Quadratkilometern.

Die Bedeutung dieser Moorböden für den natürlichen Klimaschutz soll jetzt genauer in den Blick genommen werden. Mit dem Start des Projekts MOOREO – Moorentwicklung in der Oberrheinniederung – legt der Verband Region Südlicher Oberrhein (Projektleitung) gemeinsam mit dem Verband Region Karlsruhe den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung der Moorgebiete in der badischen Oberrheinniederung zwischen Freiburg und Rastatt. Innerhalb der nächsten vier Jahre werden diese Moorgebiete zunächst systematisch untersucht und die realistischen Möglichkeiten einer Wiedervernässung sowie die damit verbundenen Minderungsmöglichkeiten von Treibhausgas-Emissionen genauer betrachtet. In einem zweiten Schritt sollen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Grundlagen für konkrete Umsetzungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis erarbeitet werden. Seit Kurzem bestehenden Förderprogrammen des Bundes zur Entwicklung und angepassten Nutzung von Mooren kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu.

„Die Nieder- und Anmoore der Oberrheinniederung sind bislang unterschätzte Ansatzpunkte, um Treibhausgas-Emissionen zu senken. Zusammen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energieträger und der Steigerung der Energieeffizienz bildet die Wiedervernässung von Moorböden einen wesentlichen Beitrag unserer Regionen zur Erreichung der Klimaschutzziele“, betont Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Vorsitzender des Verbands Region Karlsruhe. Und er fügt hinzu: „Mit MOOREO schaffen wir eine wertvolle Grundlage, um die Entwicklung der Moore in der Oberrheinniederung langfristig, fachlich fundiert und im Konsens mit Flächeneigentümern und Nutzern zu gestalten.“

„Mit dem Projekt möchten wir gerade auch Städten und Gemeinden in den beiden Regionen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie im Rahmen Ihrer Zuständigkeiten mit naturbasierten Maßnahmen wesentliche Beiträge zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung auf freiwilliger Grundlage leisten können. Hierbei ergeben sich beispielsweise zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten an die Aufgaben der Gewässerunterhaltung, die Nutzung und Pflege von Gemeindewäldern, kommunale Ökokonten, Biotopverbundplanungen oder Klimaanpassungskonzepte. Daher freuen wir uns sehr, dass unser Projekt vom Umweltministerium Baden-Württemberg und dem Bundesumweltministerium unterstützt wird,“ unterstreicht Bürgermeister Dr. Kai-Achim Klare, Vorsitzender des Verbands Region Südlicher Oberrhein.

Das Projekt MOOREO wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz.

Nähere Informationen zum Projekt finden sich unter: www.vrso.de/de/projekte/MOOREO/


Ansprechpartner:

Ulrike Hammes, Tel. +49 761 70327-33, hammes@vrso.de
Klaus Dieter Schulz, Tel. +49 761 70327-22, schulz@vrso.de


Übersichtskarte Moorböden im Mittleren und Südlichen Oberrhein-Tiefland

Übersichtskarte Moorböden im Mittleren und Südlichen Oberrhein-Tiefland