Im Rahmen des bis Frühjahr 2030 laufenden Projekts MOOREO wird ein Konzept für die Entwicklung von Moorböden in der badischen Oberrheinniederung zwischen Freiburg und Karlsruhe erarbeitet. Es identifiziert Wiedervernässungspotenziale der Nieder- bzw. Anmoore dieses Naturraums und zeigt konkrete Umsetzungswege für freiwillige Maßnahmen auf.
Das vom Verband Region Südlicher Oberrhein geleitete Projekt wird in Kooperation mit dem Verband Region Karlsruhe durchgeführt und durch die Regierungspräsidien Karlsruhe sowie Freiburg begleitet. Es wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz.
Hintergrund
Neben ihrer großen Bedeutung für den Wasserhaushalt und die Erhaltung der Biodiversität spielen naturnahe Moore als langfristige und natürliche Kohlenstoffspeicher eine zentrale Rolle im Klimaschutz. Aufgrund ihrer Abhängigkeit von Bodenfeuchte bzw. hohen Grundwasserständen sind Moorböden jedoch selbst in besonderem Maße empfindlich gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Entwässerte Moorböden verursachen durch anhaltende Torfzersetzung mehr als 7 % der jährlichen nationalen Emissionen von CO₂ und anderen Treibhausgasen (THG). Eine Stabilisierung des Wasserhaushalts in Mooren kann daher wesentlich zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen beitragen und im besten Fall sogar wieder eine langfristige Kohlenstoffspeicherung ermöglichen.
Im Gegensatz zu den Hochmooren des Schwarzwalds stehen die in
ihrem Wasserhaushalt stark veränderten Nieder- und Anmoore der
Oberrheinniederung bisher weniger im Mittelpunkt von Schutz und Entwicklungsmaßnahmen.
Dabei bergen gerade sie ein großes Potenzial zur Minderung von THG-Emissionen.
Das aus den Landschaftsrahmenplänen der Regionen Karlsruhe und Südlicher Oberrhein entwickelte Projekt MOOREO richtet den Fokus auf „naturbasierte“ Maßnahmen des Klimaschutzes und bildet damit eine wesentliche Ergänzung der regionalen Initiativen zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Klimaanpassung.

Ziele und Inhalt des Projekts
Das Projekt dient der regionalen Umsetzung der gesetzlich verankerten Klimaschutzziele sowie der bundes- und landespolitischen Zielsetzungen zum Moorschutz. Durch eine Vorbereitung von Wiedervernässungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis sollen
Darüber hinaus werden mit dem Projekt folgende Zielsetzungen verfolgt:
Das Projekt umfasst in einem ersten Schritt die Analyse von Zustand und Entwicklungspotenzial der einzelnen Moorgebiete des Naturraums unter verschiedenen Gesichtspunkten (wie beispielsweise bodenkundlich-hydrologischen, nutzungsbezogenen und naturschutzfachlichen Kriterien) sowie eine Priorisierung der Moorgebiete hinsichtlich günstiger Rahmenbedingungen für Wiedervernässungsmaßnahmen. In einem zweiten Schritt werden für die priorisierten Moorgebiete geeignete realistische Entwicklungsmaßnahmen räumlich und inhaltlich konkretisiert, das jeweilige THG-Emissionsminderungspotenzial geschätzt sowie jeweils passende Umsetzungsinstrumente, Fördermöglichkeiten und Synergien mit weiteren Handlungsfeldern aufgezeigt.
Neben Grundeigentümerinnen und -eigentümern, Flächenbewirtschaftern und zuständigen Fachbehörden werden auch die Kommunen als zentrale Akteure bei der Umsetzung intensiv in das Projekt eingebunden.
Die nachvollziehbar aufbereiteten Projektergebnisse sollen den Akteuren vor Ort als Entscheidungsgrundlage für eine nachfolgende Detailplanung und Umsetzung konkreter Wiedervernässungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis dienen.

Übersichtskarte Moorböden im Mittleren und Südlichen Oberrhein-Tiefland
Weitere Informationen
Ansprechpartner/in
Ulrike Hammes, Tel. +49 761 70327-33, hammes@vrso.de
Klaus Dieter Schulz, Tel. +49 761 70327-22, schulz@vrso.de
Gefördert durch


In Kooperation mit
